Methoden

Unsere Arbeit ist geprägt von Methoden aus dem Theater der Unterdrückten, der autopoietischen Theaterarbeit und der Umweltpädagogik.

Theater der Unterdrückten

Das Theater der Unterdrückten ermutigt Menschen, die Realität zu verändern und zu Akteur*innen ihres eigenen Lebens zu werden. Sie erarbeiten Problemsituationen szenisch und erforschen dabei ihren eigenen Handlungsspielraum. Beim Spielen und Eingreifen wird ihnen klar: „Das hat etwas mit mir zu tun. Ich bin nicht bloß BeobachterIn – die Zukunft betrifft mich.” 

Die Wurzeln des Theaters der Unterdrückten gehen zurück auf Brasilien in den 1960er Jahren. Im Kontext von politischer Unterdrückung entwickelte Augusto Boal das Theater der Unterdrückten, ein Theater der Befreiung. Mittlerweile wird es weltweit eingesetzt und gilt als Instrument für soziale Veränderungen. Insbesondere in Zeiten, in denen Sprache als zentrales Kommunikationsmittel eingesetzt wird ist es hilfreich Problemen mittels Theater- und Körperarbeit neu zu begegnen. Indem man in verschiedene Rollen schlüpft werden Emotionen geweckt und neue Perspektiven sichtbar. Zu den Techniken des Theaters der Unterdrückten gehören u.a. das Zeitungs-, Bilder-, Forum-, legislative- und unsichtbare Theater sowie der Regenbogen der Wünsche.

Autopoietische Theaterarbeit

Zugang zur Autopoietischen Theaterarbeit erhielten wir durch die einjährige Theatergruppe von Birgit Fritz. Autopoiese, zurückgehend auf die Biologen Maturana und Varela, bezeichnet die in jedem Organismus innewohnende Fähigkeit, sich aus sich selbst heraus, ohne Intervention von Außen, neu zu erschaffen. Dieses Prinzip greift die autopoietische Theaterarbeit auf, indem sie davon ausgeht, dass alle Menschen bereits in sich tragen, was sie brauchen. Durch bewusste Körperwahrnehmung und verschiedene Ausdrucksformen werden Möglichkeitsräume sichtbar, die dann auch wahrgenommen werden können.

Umweltpädagogik

Als studierte Umweltpädagog*innen verknüpfen wir die Theaterarbeit gerne mit Methoden aus diesem pädagogischen Zugang. Besonders gut eignen sich diese um, meist zu Beginn eines Prozesses, inhaltlich in Themen einzutauchen. So arbeiten wir beispielsweise mit Exkursionen, Traumreisen, Filmen oder Bildkarten. Darüber hinaus entwickeln wir neue Methoden die Inhalte aus der Umweltpädagogik mittels Theaterpädagogik erfahrbar und begreifbar machen.

Grundsätze

Begleiten und Lernen, Spielen und Zusehen, Tun und Reflektieren - all das sind Beispiele für pädagogische Prozesse. Bewusst oder unbewusst gestalten wir als Pädagog*innen diese Prozesse nach impliziten oder expliziten Grundsätzen. Weil das auf die Theaterarbeit genauso zutrifft wie auf andere pädagogische Zugänge, möchten wir die wichtigsten Grundsätze kurz erklären.

Ganzheitliche Arbeitsweise – mit Kopf, Herz und Hand

Die Anwendung von Theatermethoden ist Ausdruck einer ganzheitlichen Arbeitsweise. „Lernen mit Kopf, Herz und Hand” ist keine neue pädagogische Mode; schon der Schweizer Pädagoge Heinrich Pestalozzi forderte ganzheitliches Lernen vor über 200 Jahren. Einen zeitgemäßen Ausdruck findet diese Forderung in der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, die zu einer Päda-gogik mit rationalen, emotionalen und handlungsbezogenen Komponenten aufruft. Besonders hervorheben möchten wir die Bedeutung von körperlichem Erleben. In und durch die Bewegung des eigenen Körpers finden wir einen (neuen) Zugang zu unseren Gefühlen. Gleichzeitig können wir subtilen Gedanken und Gefühlen körperlich Ausdruck verleihen. Im Handeln finden Denken, Fühlen und körperliches Tun zusammen.

Aktion und Reflexion – das Tun wird zum Lernen

Theatermethoden bringen kreative Abwechslung in den pädagogischen Alltag. Wollen wir darüber hinaus auch substanzielles Lernen ermöglichen, brauchen wir das dynamische Zusammenspiel von Aktion und Reflexion. Die TN reflektieren die Erlebnisse der spielerischen Methoden durch geleitete Fragen und gewinnen Erkenntnisse: „Womit kann ich das Erlebte verknüpfen?Was kann ich daraus lernen?” Vom gemeinsamen Tun gehen wir zur Reflexion, auf dass wir bereichert, mit neuen Einsichten, ins weitere Tun kommen und dieses Wechselspiel im Besten Fall zu einem Automatismus im Alltag wird.

Methoden und Inhalt – Input als Arbeitsbasis

Wie diesen Rhythmus von Erleben und Reflektieren, braucht die Theaterarbeit für Bildungszwecke auch eine Balance von Methoden und Inhalt. Der beste Workshop entsteht, wenn wir die passenden Methoden gekonnt mit themenbezogenen Inputs verknüpfen. Je nach Thema und Ziel eines Workshops, kann der Input verschiedene Formen annehmen: ein passender Film, einZeitungsartikel, wichtige Fakten und Hintergründe, die Vorerfahrungen bzw. das Vorwissen der TN, etc.

Teamarbeit und Selbsterfahrung – gemeinsam Experimentieren und Tun

Wir lieben unsere Arbeit im Team und das setzen wir auch bei unseren Workshops und Seminaren um. Die Vorbereitung, Durchführung und Reflexion wird mindestens zu zweit, teilweise auch in einem größeren Team durchgeführt. Dieser Zugang ermöglicht mehr Tiefe aufgrund verschiedener Perspektiven und trägt insgesamt zu einem besseren Gelingen bei.

Themen

Wie wollen wir leben? Wie können wir mit globalen Herausforderungen wie der Klimakrise, dem Artensterben oder den wachsenden Müllbergen umgehen? Was braucht es damit ein gutes Leben für alle möglich ist? Und wie kann ich mich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen? Wir beschäftigen uns mit Themen die sich mit der sozial-ökologischen Krise sowie dem guten Leben für alle und einer lebenswerten Zukunft auseinandersetzen. Unser Themenspektrum ist vielseitig und wird kontinuierlich erweitert. Themen zu denen wir bereits gearbeitet haben sind u.a. Klimakrise, Biodiversität, Degrowth, Lebensmittelverschwendung, Stadtraumgestaltung, sozialer Umgang & Konflikte u.v.m. Auf Anfrage können wir gerne einen Workshop zu deinem Wunschthema entwickeln.